Wir Menschen sind immunkompetente Wesen und wir müssen in Zeiten wie diesen unbedingt darüber aufgeklärt werden, dass die richtigen Nahrungsmittel aber eben auch Gefühle der Zuversicht und aufbauende Gedanken (entsprechend neuerster Neuroimmunologischer Erkenntnisse) definitiv unsere Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) aber auch die Widerstandskraft unseres Körpers erhöhen. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich keine bessere Motivation für einen „Lifestyle-change“ als jetzt.

Wenn bisher die Motivation gefehlt hat sich gesünder zu ernähren, mit dem Rauchen aufzuhören, Sport zu machen oder eine Entspannungstechnik zu erlernen, dann kann es die aktuelle Corona Krise mit sich bringen, sich nun – im Hier und Jetzt – nachhaltig im gesamten positiv weiter zu entwickeln.

„Lass Nahrung dein Heilmittel und die Heilmittel deine Nahrung sein

– dieses bekannte Zitat von Hippokrates spricht Bände.

Das Mikrobiom

Wie man sein Immunsystem mit gesunden Nahrungsmitteln nachhaltig stärken kann, soll in diesem Beitrag kurz erläutert werden. Im Jahr 2020 kann man aber nicht über Ernährung und das Immunsystem sprechen ohne nicht auch das Wort „Mikrobiom“ in den Mund zu nehmen.

Manche Wissenschaftler sprechen von einem „neu entdeckten Organ“.

Wir Menschen leben in einer genialen Symbiose mit guten und gesundheitsfördernden Bakterien und Mikroben auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten. Das Mikrobiom besteht aus 100 Billionen Mikroorganismen und wiegt bei einem Erwachsenen Menschen im Schnitt 1,5-2kg! Der Großteil davon sitzt im Darm. Wenn man nun Lebensmittel isst, die auch die guten Darmbakterien „füttern“, ist deren Unterstützung für unser Immunsystem umso größer. Wenn gute Bakterienstämme gestärkt werden, verdrängen und bekämpfen diese schädliche Mikroorganismen.

Weiters braucht unser Immunsystem zur optimalen Funktion unserer Abwehrzellen in hohem Maße antioxidative Stoffe da bei Stoffwechselvorgängen aber auch durch viele äußere Einflüsse (Umweltgifte, UV-Strahlung, Zigarettenrauch etc.) sogenannte freie Radikale entstehen.

Claude Bernard (1813-1878) begründete den Begriff „inneres Milieu“ und zeigte, wie wichtig dieses für die Gesundheit und das Wohlbefinden ist. Sein berühmtestes Zitat lautet:

„Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles.”

Wie also kann man nun sein eigenes Milieu stärken?

Eine essentielle Rolle führ eine gute Immunleistung spielen die Vitamine C, A, D und E sowie die Mineralstoffe Zink und Selen, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren.

  • VITAMIN C schützt die Zellen vor oxidativen Stress. Die Immunzellen im Körper setzen sich unter anderem mit freien Sauerstoffradikalen gegen Erreger zur Wehr. Wenn es zu wenige Antioxidantien als Gegenspieler gibt, entsteht oxidativer Stress. Praktisch alle Obst- und Gemüsesorten sind reich an Vitamin C. Besonders viel findet sich in der heimischen Hagebutte, in Johannisbeeren, in Sanddorn in Petersilie, Brokkoli und allen Kohlsorten.

 

  • VITAMIN A wird auch als „Barriere-Vitamin“, welches Haut und Schleimhäute (welche die erste Barriere gegen Erreger darstellen) stärkt, beschrieben. Die Vorstufe von Vitamin A – Betacarotin kommt besonders in gelben und orangefarbenen und roten Obst- und Gemüsesorten, sowie in tiefgrünem Spinat und Grünkohl vor. Leichter wird es durch gleichzeitige Einnahme von hochwertigen Ölen aufgenommen. Daraus stellt der Körper Vitamin A selbst her. Vitamin A kommt in Milchprodukten und in Fleisch (z. B. Hühnerleber) vor. Milch und Fleisch sollten unbedingt in Bio Qualität und ohne künstliche Zusatzstoffe sein!

 

  • VITAMIN E gilt auch als Radikalfänger. Ein besonders hoher Anteil ist in Nüssen zu finden.

 

  • VITAMIN D: Vitamin D ist neben der Regulation des Calcium- und Knochen-Stoffwechsels an einer Reihe anderer wichtiger Prozesse beteiligt, eben auch an der Immunfunktion. Vitamin D ist in Zeiten der herrschenden Ausgangsbeschränkungen und den Monaten Oktober bis März, in denen es nicht ausreichend durch UV Exposition endogen von uns Menschen synthetisiert werden kann, für alle – aber eben besonders auch für ältere Menschen- als Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen.

 

  • ZINK unterstützt die angeborene und erworbene Immunabwehr. Reichlich vorhanden ist es in Getreide (besonders empfehlenswert sind Dinkel und Roggen!), in Hülsenfrüchten (Bohnen,Linsen, Erbsen, Kircherbsen), in Nüssen und in Fleisch.

 

  • SELEN schützt die Zellen auch vor Angriffen von freien Radikalen und ist an der Regulierung des Immunsystems beteiligt. Es bremst dieses bei einer Überreaktion ab und unterstützt es wenn es schwächelt. Selen aus Pflanzen (Vollkorngetreide, Sesam, Kokosnüsse) kann der Körper besser verwerten als aus tierischen Quellen (Fisch, Fleisch, Eier).

 

  • OMEGA-3-FETTSÄUREN: Für das Immunsystem am wirkungsvollsten sind die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Aus diesen werden alle Hormone, die das Immunsystem beeinflussen gebildet. DHA und EPA sind in Fisch und Algenöl in hohem Maß enthalten. Leinöl enthält hauptsächlich die dritte aktive Omega-3 -Fettsäure – Alpha-Linolensäure (von dieser werden maximal 10% in EPA umgewandelt), weitere Omega-3-FS- Quellen sind grünes Blattgemüse und Walnüsse.

 

  • Ballaststoffe sind besonders gute Nahrung für unser Mikrobiom. In Obst und Gemüse sind reichlich Ballaststoffe enthalten, besonders gute Quellen sind Brokkoli, Süßkartoffeln, Spinat, Fenchel, Rote Rüben, Kürbis, Knoblauch, Artischocke, Karfiol, Grünkohl, Äpfel, Birnen und Orangen. Diese enthalten große Mengen an löslichen Ballaststoffen. Besonders Mikrobiom-stärkend sind milchsauer-vergorenes Sauerkraut und korenisches Kimchi.

 

  • Als sekundäre Pflanzenstoffe helfen BITTERSTOFFE indirekt bei der Unterstützung der Immunabwehr. Enthaten sind diese in vielen Wildkräutern, Salaten, Oliven, Ingwer, dunkler Schokolade .

 

Besonders wichtig ist es auf unterschiedlichste synthetische Zusatzstoffe, welche besonders in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln vorkommen, zu verzichten. Eine Vielzahl an Emulgatoren und künstlichen Geschmacksverstärkern und Aromen schädigt unser Mikrobiom und damit unsere Immunleistung nachweislich. Wenn möglich sollten die zuvor empfohlenen Lebensmittel in Bio- oder sogar „demeter“ -(aus bio-dynamischem Anbau) Qualität verwendet werden. Schon längst wurde durch Studien bewiesen, dass Spritzmittel wie zum Beispiel Glyphosat, ebenfalls negative Auswirkungen auf das Mikrobiom haben  und mitunter krebserregend sind.

Mit dem Wissen um die optimalen Lebensmittel zur Immunsystem-Stärkung bleibt zu sagen:

„Vorbeugen ist besser als heilen”.

– ein Zitat des Arztes Christoph Wilhelm Hufeland 1762-1836, dieser gilt als Begründer der „Präventivmedizin“.

Dr. Maria Hubmer-Mogg

Allgemeinmedizinerin

www.drhubmermogg.at

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